Sichtbarkeit um jeden Preis?

Warum es bei mir mit Selbstannahme begann

Sichtbar zu sein mit dem eigenen Herzenbusiness birgt Herausforderungen. Mich hat es in Kontakt mit den verletzlichsten Anteilen meiner selbst gebracht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Sichtbarkeit verletzlich machen kann
  2. Authentisch sichtbar sein beginnt bei mir selbst
  3. Was Hate, Neid und Missgunst mit mir zu tun haben
  4. Sichtbar sein und trotzdem Grenzen haben
  5. Ich muss nicht gefallen

 

1. Warum Sichtbarkeit verletzlich machen kann

Wenn ich mich mit dem, was mir wirklich wichtig ist, vor anderen Menschen zeige, die mich dafür verurteilen oder ablehnen könnten, dann ist das echt beängstigend. Schließlich zeige ich mit meinem Business nicht nur irgendein Produkt oder eine Dienstleistung, sondern auch einen Teil von mir. Meine Gedanken, meine Haltung, meine Art zu arbeiten und das, woran ich glaube. Und genau das kann verletzlich machen.

Gleichzeitig gibt es in mir einen Anteil, der sich darum inzwischen immer weniger schert. Dieser Anteil will niemanden beeindrucken. Er will nicht beweisen, dass ich etwas kann, und er braucht auch nicht die Zustimmung von jedem Menschen, der mir begegnet. Dieser Teil weiß, dass jeder Mensch seine ganz eigenen Wahrnehmungsfilter hat, durch die er die Welt betrachtet – wie durch eine gefärbte Brille. Was für mich auf eine bestimmte Art und Weise aussieht, kann für jemand anderen völlig anders wirken. Dazu kommt die individuelle Konditionierung seit der Kindheit, die Erfahrungen, die jeder Mensch gemacht hat, und all das, was wir daraus über uns und die Welt gelernt haben.

Deshalb ist jeder Mensch sehr viel stärker mit seiner eigenen Geschichte beschäftigt, als dass er permanent darüber nachdenken würde, wie er mir schaden könnte. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Situationen, in denen Menschen genau das tun. Es gibt Hate, Neid, Missgunst und Grenzüberschreitungen. Dazu später mehr.

2. Authentisch sichtbar sein beginnt bei mir selbst

Ich verfolge heute den Ansatz: Wenn ich authentisch sichtbar sein will, muss ich mich zuerst für mich selbst sichtbar machen. Und damit meine ich tatsächlich alle meine Facetten. Nicht nur die, die ich gerne zeige und mit denen ich mich identifiziere, sondern auch die Anteile, die unbequem sind, die ich vielleicht lange versteckt oder abgelehnt habe.

Selbsterkenntnis durch Human Design, Familienaufstellungen und andere Formen innerer Arbeit haben mir dabei sehr geholfen. Ich bin dadurch unter anderem darauf gekommen, dass ein Teil in mir etwas beweisen wollte. Ich wollte zeigen, dass ich wertvoll bin. Dass ich etwas kann. Dass ich erfolgreich bin. Dass meine Arbeit funktioniert. Und natürlich kann man daraus wunderbar Sichtbarkeit produzieren. Man kann ständig erzählen, was man erreicht hat, welche Ergebnisse man erzielt oder wie viel man weiß. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Die entscheidende Frage ist für mich inzwischen vielmehr: Aus welchem inneren Ort heraus mache ich das gerade?

Mittlerweile bemerke ich viel schneller, wenn ich etwas von mir nach außen kommuniziere, nur um sichtbar zu sein. Wenn ich etwas zeige, um allen zu „beweisen“, dass ich wertvoll bin. Und dann erinnere ich mich daran, dass es niemanden gibt, dem ich mich mehr zeigen könnte und dem gegenüber ich mehr Rechenschaft ablegen müsste als mir selbst.

Ich muss mich selbst sehen.

Nicht erst dann, wenn andere mich sehen. Nicht erst dann, wenn jemand mein Angebot kauft oder mir bestätigt, dass ich gute Arbeit mache. Und auch nicht erst dann, wenn mein Business die Zahlen erreicht, die ich mir vorgenommen habe.

Seit ich das wirklich tief verstanden habe – und damit meine ich nicht nur mental verstanden, sondern auch körperlich verstanden, kontempliert und integriert – hat sich vieles in mir entspannt, wenn es um Sichtbarkeit im Business geht.

Ich habe meine Mauern abgelegt. Diese Schutzmauern, die mich lange Zeit vor eventuellen Verletzungen und Übergriffen aus der Außenwelt bewahrt haben. Gleichzeitig haben sie mich aber auch vor echter, tief gehender Verbindung abgeschottet. Denn wenn ich mich ständig davor schützen möchte, verletzt zu werden, kann ich mich eben auch nur schwer wirklich zeigen. Und genau diese Verbindung ist für mich heute ein viel wichtigerer Teil von Sichtbarkeit geworden.

Positionierung Coaching Juliane Hinz

3. Was Hate, Neid und Missgunst mit mir zu tun haben

Lass mich trotzdem kurz erklären, warum uns Hate, Neid oder Missgunst durch andere Menschen immer mal wieder widerfahren können. Für mich ist das häufig auch ein Zeichen an mich, dass ich gerade etwas nicht sehe. Dass ich mich vielleicht selbst noch in irgendeiner Facette ablehne, im Mangeldenken gefangen bin oder an etwas festhalte, was mir eigentlich nicht guttut.

Das bedeutet nicht, dass ich die Verantwortung für das Verhalten anderer Menschen übernehmen muss. Wenn jemand meine Grenzen überschreitet, dann hat diese Person die Verantwortung dafür. Punkt. Aber gleichzeitig kann ich mich fragen, warum mich diese Situation so stark triggert. Was wird hier in mir berührt?

Vielleicht kenne ich genau diese Facette von mir selbst und möchte sie nicht sehen. Vielleicht hängt mein Selbstwert gerade stärker als gedacht davon ab, wie andere mich wahrnehmen. Vielleicht bin ich gerade in einem Gefühl von Mangel und glaube, jemand anderes hätte etwas, das mir fehlt.

Das ist natürlich eine viel unangenehmere Betrachtung, als die Schuld einfach bei der Außenwelt zu suchen. Und ich weiß auch, dass die Frage „Was hat das mit dir zu tun?“ in einer akuten Situation manchmal richtig ätzend sein kann. Wenn mich jemand verletzt hat, möchte ich nicht unbedingt als Erstes hören, dass ich doch mal schauen könnte, welchen Anteil ich daran habe.

Aber genau dieses Hinschauen ist für mich langfristig der Weg, wie sich etwas verändern kann. Nicht indem ich mir einrede, dass alles meine Schuld ist. Sondern indem ich mir meine eigene Macht zurückhole. Denn das, was mich triggert, hat eben auch mit mir zu tun.

Wenn dich XYZ nervt oder ankotzt, dann ist meine Frage inzwischen ziemlich oft: Woher kennst du das in DIR?

Und ja, ich weiß, dass diese Frage unangenehm ist.

4. Sichtbar sein und trotzdem Grenzen haben

Zum Thema Grenzüberschreitungen hat sich bei mir ebenfalls etwas verändert. Heutzutage bin ich fast schon amüsiert darüber, wenn Leute mich anstarren oder perplex von meiner Erscheinung sind. Früher hätte ich solche Reaktionen viel schneller als Ablehnung und damit gleichzeitig als eine Art Bedrohung wahrgenommen.

Heute weiß ich, dass ich nicht überall dazugehören will.

Ich darf auffallen. Ich darf anders sein. Ich darf Menschen irritieren. Und ich darf gleichzeitig entscheiden, wem ich Zugang zu mir gebe und wo meine Grenze liegt.

Denn authentisch sichtbar zu sein bedeutet für mich nicht, dass jeder alles von mir sehen oder wissen muss. Es bedeutet auch nicht, dass ich jede Kritik aushalten oder jede Grenzüberschreitung akzeptieren muss. Sichtbarkeit und Grenzen schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Je klarer ich mich selbst kenne, desto leichter fällt es mir, zu entscheiden, was ich von mir zeigen möchte und was nicht.

Meine früheren Schutzmauern brauche ich heute nicht mehr in derselben Form. Ich muss mich nicht mehr unsichtbar machen, um mich sicher zu fühlen. Und trotzdem darf ich weiterhin sehr bewusst wählen, wem ich mich wirklich öffne.

5. Ich muss nicht gefallen

Vielleicht ist das die größte Veränderung in meinem Verhältnis zur Sichtbarkeit: Ich muss nicht jedem gefallen.

Nicht jeder muss verstehen, was ich tue. Nicht jeder muss meine Haltung teilen. Nicht jeder muss meine Arbeit gut finden. Und ich möchte auch gar nicht jedem gefallen. Denn wenn ich versuche, für alle Menschen passend zu sein, werde ich irgendwann so glatt, dass niemand mehr wirklich etwas an mir auszusetzen hat – aber eben auch niemand mehr wirklich etwas findet, womit er sich verbinden kann. Ganz zu schweigen von dem ungesunden Effekt, der eintritt, wenn ich mich von mir selbst entferne…

Ich möchte nicht für alle Menschen die Richtige sein. Ich weiß, dass die richtigen Menschen mich erkennen. Und dafür darf ich mich zeigen.

Nicht um etwas zu beweisen. Nicht, um meinen Wert zu erhöhen. Nicht, um möglichst viele Menschen von mir zu überzeugen. Sondern weil ich irgendwann verstanden habe, dass Sichtbarkeit nicht zuerst bedeutet, von anderen gesehen zu werden.

Sie beginnt damit, dass ich mich selbst sehe.

Mit meinen Stärken und meinen Unsicherheiten. Mit den Seiten, die ich liebe, und den Seiten, die ich noch kennenlerne. Mit dem, was ich schon verstanden habe, und dem, was noch im Prozess ist.

Vielleicht ist genau DAS für mich authentische Sichtbarkeit: mich nicht mehr verstecken zu müssen, aber mich auch nicht mehr zeigen zu müssen.

Ich darf sichtbar sein. Und ich muss niemandem etwas beweisen.

Fazit: Trau dich, sichtbar zu sein – für dich und deine Wunschkund:innen

Sichtbarkeit bedeutet, sich zu zeigen – nicht perfekt, sondern echt. Es bedeutet, mutig genug zu sein, sich mit seinen Werten, seiner Expertise und Persönlichkeit zu präsentieren. Denn genau das ist es, was dich von der Masse abhebt.

Wenn du deine Reichweite aufbauen und deine Wunschkund:innen gezielt ansprechen möchtest, dann starte mit einer klaren Positionierung und einer durchdachten Online-Präsenz. Setze deine digitalen Kanäle bewusst ein, pflege deine Community und bleibe dran. Denn wer sichtbar bleibt, kann nachhaltig wachsen.

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